Homöopathie

Informationsnetzwerk Homöopathie (INH) online

Das Informationsnetzwerk Homöopathie (INH) ist ein Zusammenschluss von über 60 Experten und Wissenschaftlern, die alle ihre Erfahrungen mit Homöopathie gemacht haben - sei es auf der Anwender- oder Kritikerseite, oder beides.
Viele Menschen machen mit Homöopathie gute Erfahrungen, sie beeinflusst seit mehr als 200 Jahren die Gesundheitskultur in Deutschland. Es gibt inzwischen einleuchtende und gut be-stätigte Erklärungen für diese positiven Erlebnisse, die mit der Homöopathie jedoch nur wenig zu tun haben. Das INH will dazu ermutigen, diese guten Erfahrungen mit Homöopathie in einem neuen Licht zu betrachten auch wenn sie damit überzeugte Anhänger der Homöopathie verunsichern und eventuell auch verärgern. Ziel des Netzwerkes ist allerdings nicht, Unfrieden zu stiften, sondern auf sachlicher Ebene zu diskutieren.
Das Netzwerk will wissenschaftlich fundiert und fair offenle-gen, was Homöopathie leisten kann, und was nicht. Es sieht für alle Interessierten sehr genau hin und verspricht sicher, auch die eine oder andere Überraschung aufzudecken.

Weitere Informationen finden Sie unter: www.netzwerk-homoeopathie.eu.

Studie: Homöopathie nicht besser als Placebo

Wissenschaftler sind nun zu der Erkenntnis gelangt, dass es keine handfesten Belege dafür gibt, dass Homöopathie besser wirkt als ein Placebo. Das australische National Health and Medical Research Council (NHMRC) hatte mehr als 1800 Studien zur Wirksamkeit von Homöopathie gesichtet, 225 davon wurden in die Untersuchung einbezogen.

Diese Studien lieferten keine Beweise dafür, dass Homöopathie einer Placebotherapie überlegen war oder einem Vergleich mit anderen Behandlungen standhalten könnten, so das NHMRC. Untersuchungen, in denen die Homöopathie ein gutes Ergebnis erzielte, wurden von den australischen Wissenschaftlern als minderwertig beurteilt: schlechte Qualität, zu kleine Teilnehmerzahlen, schwaches Studiendesign, schlechte Durchführung.

NHMRC-Chef Professor Dr. Warwick Anderson wies darauf hin, dass allen medizinischen Behandlungen und Eingriffe belastbare Studien zugrunde gelegt werden sollten. Es gebe aber keinen Beleg dafür, dass Homöopathie besser als Placebo wirke.

Er warnte insbesondere davor, Homöopathie einzusetzen, wenn es um die Behandlung von schweren oder chronischen Krankheiten gehe: „Menschen, die die Homöopathie wählen, können ihre Gesundheit aufs Spiel setzen, wenn sie gleichzeitig Therapien ablehnen oder Behandlungen verzögern, deren Wirksamkeit belegt ist.“ Menschen, die den Einsatz von Homöopathie in Erwägung ziehen, sollten sich zuerst von einem registrierten Heilpraktiker beraten lassen und sich in der Zwischenzeit an ihre verordneten Behandlungen halten.

Der Bericht stellt fest, dass weder Asthma- noch Angst-Patienten bessere Therapieergebnisse erzielen, wenn sie sich mit homöopathischen Mitteln behandeln lassen. Auch bei Kopfschmerzen, Migräne, Warzen, Erkältung und Durchfall bei Kindern wirke Homöopathie nicht besser als herkömmliche Medizin, so das NHMRC.

„Es wird Leute geben, die unsere Untersuchung für eine Verschwörung des Establishments halten", sagte Paul Glasziou, Vorsitzender der Homöopathie-Arbeitsgruppe des NHMRC. Er hoffe aber, dass es vernünftige Menschen gebe, die sich nun überlegten, ob sie diese Substanzen weiterhin verkaufen, einnehmen oder fördern wollen.

In einem offenen Brief reagierte der Verein australischer Homöopathen auf die Studie: Homöopathie habe eine mehr als 200-jährige Geschichte, allein in Australien würden rund eine Million Menschen auf Homöopathie setzen, in Indien mehr als 100 Millionen. Man müsse die Wahlfreiheit der Patienten respektieren.  (APOTHEKE ADHOC 20.03.15) 

Homöopathie ist für britische Ärzte "Hexenzauber"

Größter Ärztebund in Großbritannien fordert, Homöopathie aus staatlichem Gesundheitsdienst auszuschließen. Großbritanniens einflussreichster Berufsverband für Ärzte verlangt die Ausklammerung der Homöopathie aus der staatlichen Kostenerstattung.

Homöopathie sei "Hexenzauber" und "nicht wissenschaftlich belegt", so eine Resolution, die von hunderten Ärzten der British Medical Association (BMA) in London verabschiedet wurde. Damit befindet sich der Ärztebund, der die beruflichen Interessen von mehr als 75 000 Medizinern im Königreich vertritt, auf direktem Konfrontationskurs mit dem Verband der Homöopathen. Die Ablehnung homöopathischer Heilmethoden fiel überraschend scharf aus.

Solange es "keine wissenschaftlichen Beweise" gebe, die die Wirksamkeit homöopathischer Heilmethoden belegten, solange solle der staatliche Gesundheitsdienst (National Health Service, NHS) die Kosten dafür nicht übernehmen. Die BMA-Ärzte weiter: "In Zeiten wachsender Geldknappheit ist es unverantwortlich, den Gesundheitsetat mit Ausgaben für Quacksalberei zu belasten."

Der NHS übernimmt derzeit in bestimmten Fällen die Kosten für homöopathische Therapien. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums wurden im vergangenen Jahr rund 54 000 NHS-Patienten in den vier staatlichen Homöopathie-Kliniken in London, Glasgow, Bristol und Liverpool behandelt. Das kostete den Steuerzahler rund vier Millionen Pfund (etwa 5,5 Millionen Euro).

Die Ablehnung homöopathischer Verfahren durch die britischen Ärzteverbände ist nicht neu. Die BMA hatte in der Vergangenheit mehrfach ihre Zweifel an der Wirksamkeit von Homöopathie und anderer alternativer Heilmethoden geäußert. Neu ist, dass die Organisation vom Gesetzgeber den Ausschluss von der Kostenerstattung verlangt.

Ein Sprecher der "British Homeopathic Association" (BHA) sagte in London, Homöopathie sei "bei zehntausenden Patienten beliebt" und Umfragen hätten ergeben, dass "70 Prozent homöopathisch therapierter Patienten eine Besserung ihrer Leiden" meldeten. (Ärzte Zeitung, 16.06.2010)

Britischer Protest gegen Homöopathie

Sie zogen vor Apotheken und verabreichten sich eine Überdosis Pillen: Hunderte von Briten haben mit einem Happening gegen die Homöopathie demonstriert. Dass sie keinerlei Wirkung verspürten, hatten die Mitwirkenden erwartet - die Homöopathen aber auch.

Um genau 10.23 Uhr ging die Protestaktion los. Doch viel zu sehen gab es nicht: Keine Krawalle, keine Sprechchöre, kein Geschrei. Die Öffentlichkeit nahm kaum Notiz, nur hier und da standen ein paar Reporter mit Kameras herum. Aber ansonsten passierte nichts. Gut so, Mission gelungen - in den Augen der Aktivisten ein klarer Sieg.

In gut einem Dutzend britischer Städte hatten sich Menschen vor den Filialen der Apothekenkette Boots versammelt, um den gesamten Inhalt kleiner Medikamentenfläschchen mit homöopathischen Pillen zu leeren - eine kollektive Überdosis, mit der die Aktivisten demonstrieren wollten: "There's nothing in it" - "Da ist nichts drin". Vergeblich warteten die Demonstranten darauf, dass nach der Überdosis irgendetwas mit ihnen passiert. Doch die Kügelchen zeigten keinerlei Wirkung.

84 Gramm reiner Zucker

"84 Gramm reinen Zucker zu essen, das ist nicht gerade ideal", sagte einer der Aktivisten nach der Aktion. "Aber keiner von uns fühlte irgendwelche Nebenwirkungen. Und das haben wir auch nicht erwartet." Dabei hatte der junge Mann eine ganze Packung homöopathischer Arsenpillen geschluckt, die er in einer Apotheke gekauft hatte. Das Medikament ist freilich ungefährlich, denn das Arsen ist so weit verdünnt, dass es nicht mehr nachweisbar ist und sich rechnerisch kein Molekül mehr in dem Präparat befindet.

Für die Homöopathie ist das Prinzip der Schlüssel für eine erfolgreiche Behandlung. Gerade weil der Wirkstoff so stark verdünnt ist, sollen damit die unerwünschten Wirkungen der Substanz minimiert, die erwünschten dagegen sogar verstärkt werden. Für die Skeptiker totaler Humbug, denn wie soll ein Stoff seine Wirkung entfalten, wenn er gar nicht mehr in dem Präparat vorhanden ist? Vor der Massenüberdosis jedenfalls hatten sie keine Angst.

Ihre Kampagne trägt den Namen " 10:23" - in Anlehnung an die sogenannte Avogadro-Konstante. Diese gibt die Zahl der Moleküle in der Stoffmenge von einem Mol an. Es sind 6 mal 1023.

Passanten auf der Straße, die vom britischen Sender BBC zur Aktion und zum Nutzen von Homöopathie befragt wurden, reagierten unterschiedlich. "Ich verschwende mein Geld nicht dafür", sagte eine Passantin. Eine andere Frau ist dagegen der Meinung, sie fühle sich "auf jeden Fall besser dadurch. Ganz gleich, ob die Pillen wirken oder nicht, mir helfen sie."

Millionen für die Homöopathie

Doch die Aktivisten wollen nicht nur den ein oder anderen Anhänger der Homöopathie bekehren. Hinter ihrer Aktion steckt ein Aufruf an die Gesundheitspolitik: Jedes Jahr gibt der staatliche Gesundheitsdienst NHS den Angaben von 10:23 etwa vier Millionen Pfund für homöopathische Mittel aus. Nach Meinung der Aktivisten könnte man das Geld sinnvoller einsetzen, und zum Beispiel die Gehälter von fast 200 Krankenschwestern bezahlen.

In einem offenen Brief an den Apothekenbetreiber Boots schreiben die Aktivisten, Boots vernachlässige seine Verantwortung als Gesundheitsdienstleister, dem die britische Bevölkerung vertraue. Die Apothekenallianz hat Homöopathika vor einiger Zeit in ihr Sortiment aufgenommen und vertreibt sie unter eigenem Markennamen. Womöglich, weil das Geschäft mit Homöopathika derzeit gut läuft?

In einer Stellungnahme gegenüber dem Fernsehsender BBC erklärte Boots, die Homöopathie sei sowohl von dem staatlichen Gesundheitsdienst NHS als auch von vielen Medizinern und Patienten anerkannt. Man unterstütze jedoch den Aufruf nach mehr Forschung und der Sammlung von Beweisen, die die Wirksamkeit von Homöopathie beweisen können.

Doch genau darum steht es, wissenschaftlich betrachtet, eher schlecht. Schon im Jahr 2005 fiel das Urteil der Mediziner, die mehr als 200 Studien über homöopathische Mittel ausgewertet hatten, vernichtend aus: Homöopathika seien nicht besser als Placebos, also Scheinmedikamente ohne jeden Wirkstoff. (Spiegel-Online 01. Februar 2010)

------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

- Weitere Informationen erhalten Sie z.B. auf folgenden Seiten:  GWUP, www.netzwerk-homoeopathie.eu

 

Buchempfehlung:

Die Homöopathie-Lüge: So gefährlich ist die Lehre von den weißen Kügelchen von Christian Weymayr und Nicole Heißmann

Buchempfehlung:

Der Glaube an die Globuli , herausgegeben von Norbert Schmacke