Patienteninformation Ihrer Apotheke zu Valsartan

 

Viele Patientinnen und Patienten unserer Apotheke erhalten Arzneimittel, die den Wirkstoff Valsartan enthalten. Diese Arzneimittel können insbesondere bei hohem Blutdruck eingesetzt werden. Nun gab es in China ein Problem in der Herstellung, das Maßnahmen in der Apotheke erforderlich macht. Valsartanhaltige Arzneimittel können verunreinigt sein, aber sie sind wichtige, lebensrettende Arzneimittel. Patientinnen oder Patienten, die sie anwenden, dürfen nun nicht einfach aufhören, sie zu nehmen. Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt, er wird Ihnen helfen. Zum Beispiel kann er Ihnen ein Arzneimittel mit einem vergleichbaren Wirkstoff verschreiben.

 

Rückruf valsartanhaltiger Präparate

Am 4. Juli veröffentlichte das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) in einer Pressemitteilung die ersten Informationen zu einem chargenbezogenen Rückruf valsartanhaltiger Arzneimitteln, deren Wirkstoff von dem chinesischen Hersteller Zhejiang Huahai Pharmaceutical produziert wurde. Inzwischen haben nunmehr 16 Arzneimittelhersteller Chargenrückrufe veröffentlicht. Ihre Apotheke darf diese Arzneimittel damit nicht mehr abgeben.

 

Ein akutes Patientenrisiko besteht nach Angaben des BfArM nicht.

Patientinnen und Patienten, die valsartanhaltige Arzneimittel einnehmen, sollen die Arzneimittel nicht ohne Rücksprache mit ihrem Arzt absetzen, da das gesundheitliche Risiko eines Absetzens um ein Vielfaches höher liegt, als das mögliche Risiko durch eine Verunreinigung.

 

Eine Rücknahme oder ein Austausch sind ausgeschlossen

Die Rücknahme bereits abgegebener Packungen valsartanhaltiger Arzneimittel an Patienten ist bisher vom BfArM nicht angeordnet. Daher besteht für Patienten auch kein Anspruch, z.B. auf Rückerstattung einer bereits geleisteten Zuzahlung. Auch der Austausch z.B. mit einer nicht betroffenen Charge oder einem anderen valsartanhaltigen Arzneimittel ist der Apotheke ohne ein neues Rezept von Ihrem Arzt nicht möglich. Empfehlungen für einen Austausch mit anderen valsartanhaltigen Fertigarzneimitteln können momentan nicht gegeben werden, da nicht auszuschließen ist, dass weitere Rückrufe erfolgen werden. Es ist nicht absehbar, welche Arzneimittel noch betroffen sein werden.

 

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt

Besorgte bzw. betroffene Patientinnen oder Patienten sollten mit ihrem Arzt sprechen, ob sie auf ein anderes Arzneimittel mit einem ähnlichen Wirkstoff umgestellt werden können. In den nächsten Monaten muss von massiven Lieferproblemen für valsartanhaltige Arzneimittel ausgegangen werden.

(Quelle: Landesapothekerlammer Thüringen)

 

Weitere Informationen des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodikte finden Sie hier