Schlankheitsmittel

Amt warnt vor gefährlichen Schlankmachern

KOBLENZ (dpa). Krank statt schlank: Vor neuen gefährlichen Abnehmpillen hat das Landesuntersuchungsamt (LUA) in Koblenz gewarnt.

Die angeblichen Schlankmacher "Reduce Weight Fruta Planta" enthielten den in der EU nicht zugelassenen Arzneiwirkstoff Sibutramin, der den Blutdruck stark erhöhen und Herzerkrankungen hervorrufen kann. Mehrere Packungen des Produkts wurden jetzt beim Zollamt Trier beschlagnahmt. In Deutschland werden Verbraucher zurzeit immer wieder vor dubiosen Schlankheitspillen aus dem Internet gewarnt.

Das neu aufgetauchte Produkt werde damit beworben, aus "100 Prozent Natur" zu sein. Als Inhaltsstoffe werden exotisch klingende Früchte wie Limonen, Papaya und die Frucht des Noni-Baums angegeben. Der Wirkstoff Sibutramin sei aber nicht deklariert, hieß es.

Bis Anfang 2010 war der Stoff in Europa gegen Fettleibigkeit (Adipositas) zugelassen, aber nur unter ärztlicher Aufsicht. Wegen zahlreicher Nebenwirkungen ruhe die Zulassung des Wirkstoffs mittlerweile aber in der EU und in den USA. (Ärzte Zeitung, 15.04.2011)

Warnung vor gefährlichen Schlankheitsmitteln

KOBLENZ (dpa). Krank statt schlank: Das rheinland-pfälzische Landesuntersuchungsamt warnt vor illegalen Schlankheitsmitteln als Last-Minute-Diät vor der Badesaison. Diese über das Internet verkauften Produkte könnten unter anderem zu Herzerkrankungen führen, teilte die Behörde am Mittwoch in Koblenz mit. Oft als "rein pflanzlich" deklariert, enthielten sie teilweise ganz andere gesundheitsgefährdende Stoffe.

Auffällig an den meist asiatischen Produkten sei die fehlende deutsche Kennzeichnung mit klaren Warnhinweisen. Oft seien auch die Angaben zu den wirksamen Bestandteilen falsch.

In einem vom Zollamt Trier-Ehrang sichergestellten Produkt namens "Zhen de shou" wies das Landesuntersuchungsamt nach eigenen Angaben zwei Substanzen nach, die schwerwiegende Nebenwirkungen haben können. So enthalte das bräunliche Pulver in den grünen Kapseln den nicht deklarierten, verschreibungspflichtigen Arzneimittelwirkstoff Sibutramin. Diese Substanz ist in Deutschland zwar als Appetitzügler gegen Adipositas zugelassen. Allerdings sei eine ärztliche Überwachung zwingend erforderlich, weil Sibutramin beispielsweise den Blutdruck stark erhöhen und akute Herzerkrankungen provozieren könne.

Darüber hinaus wurde in den "Zhen de shou"-Kapseln Phenolphthalein nachgewiesen. Diese Substanz war nach Angaben des Landesuntersuchungsamts früher als Wirkstoff in deutschen Abführmitteln enthalten, bis der Verdacht auf krebserregende Nebenwirkungen aufkam. In Deutschland werde Phenolphthalein in zugelassenen Arzneimitteln deshalb nicht mehr verwendet.

BfArM-Prssemiteilung 1/01 

17. Januar 2001

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) in Bonn weist erneut darauf hin, dass immer wieder Schlankheitsmittel ohne Arzneimittelzulassung und mit irreführender Werbung vertrieben werden. Aktuelle Beispiele sind die "Polysan-Schlank-Tablette", "Berry Trim plus" oder Produkte wie "Calix", "Acloss" und "Navol"(s.u.). Bereits vor zehn Jahren hatte das damalige Bundesgesundheitsamt vor Betrug mit Schlankheitsmitteln gewarnt. 

Diese Produkte führen ebenso wenig zur Gewichtsabnahme wie viele andere, die in den vergangenen Jahren vertrieben wurden. Das Verfahren ist dabei immer dasselbe: Durch Anzeigen oder Prospekte wird das Mittel beworben, als könne es Wunder bewirken – und zwar natürlich, schnell und nebenwirkungsfrei. Typisch sind übertriebene und irreführende Aussagen wie: "Die erste Speck-Fettkiller-Kapsel - Traumfigur in 1 Woche!" , "Schmilzt Fettpolster sofort", "Tempo-Therapie für garantierte Gewichtsverluste". Die in der Werbung als Referenz angeführten Ärzte und Wissenschaftler sind allerdings frei erfunden. Um sich der Überwachung durch die zuständigen deutschen Behörden zu entziehen, werden die Mittel meist aus dem Ausland vertrieben, zum Beispiel aus Österreich oder aus den Niederlanden. Die Bestelladresse ist oft nur ein Postfach.

Eine Gewichtsabnahme ohne eine Umstellung der Ernährung ist im Regelfall nicht möglich. Eine vernünftige Ernährung und mehr Bewegung sind die einzig verlässlichen Methoden, das Gewicht zu reduzieren. Unterstützend wirken kalorienreduzierte Lebensmittel und Arzneimittel und Medizinprodukte, die entsprechend ihrer Zulassung (Packungsbeilage beachten!) eingenommen werden sollten. Arzneimittel sind durch die Zulassungs-Nummer gekennzeichnet, Medizinprodukte durch das CE-Zeichen. Die Pharmazentralnummer (PZN) ist nur eine Bestellnummer, die nichts über die Eignung eines Produktes aussagt. (Ärzte Zeitung online, 04.06.2009)

Stiftung Warentest: Schlankheitsmittel wirkungslos bis gefährlich

Berlin (dpa) - Schlankheitsmittel sind nach einer Untersuchung der Stiftung Warentest zum größten Teil wirkungslos. Die Verbraucherschützer testeten für die Februar-Ausgabe ihres Heftes vierzig Schlankheitsmittel im Wert zwischen 1,80 und 225 Mark. Ob Pillen, Schlankheitsparfüms oder Selbsthypnose-CDs -kaum eines der getesteten Produkte sei geeignet, die Figur zu verbessern. Lediglich Quellmittel könnten durch ihr Aufquellen im Magen ein Sättigungsgefühl bewirken. Doch auch sie seien nur «mit Einschränkung» geeignet, da so keine dauerhafte Veränderung der
Essgewohnheiten herbeigeführt werden könne. Ihre Einnahme sei mitunter sogar lebensgefährlich, denn wenn dem Körper nicht gleichzeitig ausreichend Flüssigkeit zur Verfügung gestellt werde, bestehe das Risiko eines Darmverschlusses.
Auch bei Appetitzüglern mit dem Wirkstoff Ephedrin, der auch aufputschend ist, sei Vorsicht geboten. Es seien Blutdruckanstieg, Herzjagen und psychische Störungen beobachtet worden. 

Testbericht im Heft 2/2001 der Zeitschrift Warentest:

Ernährung + Kosmetik: Schlankheitsmittel  -  Pillen gegen Polster

Die Anbieter von Schlankheitsmitteln versprechen das Blaue vom Himmel: Olivenblattextrakte trocknen Fettzellen aus, Zitronenkapseln machen schlank, Vitaminpillen lösen das Fett und Akupunktur-Chips zügeln den Appetit. Mehrere hundert Millionen Mark im Jahr setzen die Hersteller von Schlankheitsmitteln allein in Deutschland um.

Im Test: 44 Schlankheitsmittel von der Pille bis zum Pflaster. Nur 12 Produkte sind bedingt geeignet, um eine Diät zu unterstützen. Für alle anderen Mittel gilt: Schlank wird allein das Portemonnaie. Test gibt Tipps, wie Sie tatsächlich abnehmen. Mit der Zutatenliste der STIFTUNG WARENTEST können Sie die Wirkung alter und neuer Wundermittel einschätzen.

Download:Interview zum Thema (RealAudio-Datei)

Diäten im Vergleich
verschiedene pdf-Dokumente, 4 bis 5 Mark

Essen + Trinken
Bundesbehörden, Verbraucherinitiativen, Institute

Copyright © 2001 STIFTUNG WARENTEST

Einige der Präparatenamen, unter denen sog. Schlankheitsmittel in letzter Zeit aufgetaucht sind:
  • Zitronenkapsen, Citrus- und Flavonoid-Kapseln, Acloss, Drenol, Calix, Easy-Off, Slimgo,  Fettburner, A.M.2000, Pyrovatin extra, Gene X, Bio-Schlank-Kapsel, Navol, Trim Plus, Polysan-Schlank-Tabletten, Xena, Strobby, Algoxyll-500-Serum, Slimosan, Viaktiv, Aktivit, Tonalin, Aurital  usw.

Die Aufzählung ist mit Sicherheit nicht vollständig und ständig tauchen neue Produkte auf. Oftmals ist der Inhalt derselbe, nur der Name wird geändert, teilweise bleibt sogar das Packungsdesign gleich. Großformatige Zeitungsanzeigen mit erfundenen Erfolgsberichten angeblich begeisterter Anwender  und Bewertungen von Experten, die es gar nicht gibt, sollen dem Kunden überzeugen, viel Geld für diese wirkungslosen Produkte auszugeben.  Der Gesetzgeber kann oftmals nicht schnell genug reagieren, so daß bis zum Verbot des Mittels bereits erhebliche Gewinne gemacht werden. Als Vertreiber treten  in der Regel Briefkastenfirmen auf, die ihren "Sitz" meist im Ausland haben. Durch Versandhandel und Vertrieb über das Internet werden Verbote in Deutschland umgangen, wie das Beispiel Pyrovatin zeigt. Im Internet ab es sogar eine eigene Seite dafür, wo sie das Produkt für stolze 60 DM bestellen konnten. Sie erhalten dafür zwar eine ganze Reihe von Mineralstoffen und Vitaminen, aber Abnehmen werden Sie damit ganz bestimmt nicht.

Bewertung nach den Kriterien der Checkliste der Verbraucherzentrale Hessen: Hände weg!

Zum gleichen Ergebnis kommt die Sendung Service-Zeit des WDR. Der vom Westdeutschen Rundfunk befragte Prof. Dr. Klaus Pietrzik vom Ernährungswissenschaftlichen Institut der Universität Bonn hält die Inhaltssoffe "für das Abnehmen bedeutungslos".

Der Grund, warum diese Mittel in Deutschland verboten sind, auch wenn sie keine besonders wirksamen Bestandteile enthalten, liegt darin, daß sie nach ihrer Werbeaussage Arzneimittel darstellen. Schlankheitsmittel dienen nicht der Ernährung oder dem Genuß, sondern sollen die Beschaffenheit des menschlichen Körpers verändern. Sie sind demnach gem §2, Abs.1 Ziffer 5 AMG Arzneimittel, die einer Zulassung bedürfen. Da sie diese nicht haben, werden sie als sog. Nahrungsergänzungsmittel, die unter das Lebensmittelrecht fallen, angeboten. Nach einem aktuellen Gerichtsurteil (Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg Az 9 S 188/00) können Schlankheitsmittel aber nur dann als Lebensmittel verkauft werden, wenn man sich von ihnen auch ernähren kann. Ansonsten muß der Hersteller dafür eine Zulassung als Arzneimittel beantragen, die er aber wiederum nicht bekommt, weil die versprochene Wirkung nicht vorhanden ist.

Apotheken beraten schlecht zur Problematik "Dicke Kinder"

Düsseldorf (ddp). Die Apotheken in NRW beraten Eltern bei Übergewichtsproblemen ihrer Kinder nach Ansicht der Verbraucherzentrale (VZ) NRW nur unzureichend. Zu schnell rieten sie zu Schlankheitsmitteln, kritisierte die VZ am Freitag. In einem so genannten Markt-Check waren 51 Apotheken in sechs Städten auf die Qualität ihrer Beratung zur Wirkungsweise von Medizinprodukten überprüft worden. Im Ergebnis habe sich gezeigt, dass in vielen Apotheken die Schlankheitsmittel für Kinder als geeignet über den Ladentisch gingen. In anderen Fällen wurde von den Schlankmachern zwar abgeraten, aber es wurden nach Ansicht der VZ zweifelhafte Ersatzprodukte empfohlen. Zu selten sei auf die Notwendigkeit einer Ernährungsumstellung und Änderung des Bewegungsverhaltens hingewiesen worden. Obwohl wissenschaftliche Belege zu Wirksamkeit von Schlankheitsmitteln für Kinder fehlten und selbst die Hersteller von der Einnahme in der Wachstumsphase abrieten, würden die Produkte zu häufig verkauft, hieß es weiter. Der ausführliche Bericht zum Markt-Check kann im Internet unter www.verbraucherzentrale-nrw.de/schlankheitsmittel heruntergeladen werden.

Unser Fazit: Wir empfehlen keine sog. Schlankheitsmittel, da alle derzeit auf dem Markt befindlichen Präparate ohne geeignete Umstellung der Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten keinen Erfolg versprechen. Weiterhin sollte unbedingt eine qualifizierte, professionelle und produktunabhängige Ernährungsberatung in Anspruch genommen werden. Wir haben dafür nicht das geeignete Personal. Deswegen bieten wir auch keine Ernährungsberatung an.

Eine sehr umfangreiche Bewertung zahlreicher dubioser Schlankheits- u.a. Mittel finden Sie auf den Informationsseiten der Schloss-Apotheke Düsseldorf.

Weitere Informationen zu obskuren Schlankheitsmitteln bietet auch das arznei-telegramm auf seinen Seiten an.

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